Wie viele Geräte kann ich gleichzeitig an einer Kabeltrommel betreiben?

Du stehst vor der Kabeltrommel im Hobbykeller, auf der Baustelle oder im Garten. Du willst mehrere Geräte gleichzeitig anschließen. Bohrmaschine, Kompressor, Akku-Ladegerät oder Heckenschere sind bereit. Die Frage ist: wie viele Geräte sind sicher möglich? Das klingt einfach. In der Praxis lauern mehrere Risiken.

Das erste Problem ist die Überlastung. Wird die zulässige Stromstärke überschritten, schaltet der Leitungsschutzschalter. Im schlimmsten Fall kann es zu erhöhter Erwärmung der Leitung kommen. Dann leidet die Isolierung. Das erhöht das Brandrisiko.

Das zweite Problem ist der Spannungsabfall. Lange oder dünne Kabel führen zu Verlusten. Elektrowerkzeuge laufen schwächer oder überhitzen. Motoren können Schaden nehmen. Das dritte Problem ist die Schutztechnik. Fehlerstromschutzschalter und thermische Abschaltungen reagieren bei falscher Nutzung. Outdoor gilt zusätzlich Schutz gegen Feuchtigkeit.

In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du die maximale Belastung einer Kabeltrommel einschätzt. Du erfährst, welche Angaben auf der Trommel wichtig sind. Du lernst, wie Kabelquerschnitt Länge und Wickelzustand die Belastbarkeit beeinflussen. Ich zeige dir einfache Rechenbeispiele und praktische Regeln für Heimwerker, Handwerker und Gartenbesitzer. Am Ende kannst du sichere Entscheidungen treffen und Gefahren gezielt vermeiden.

Wie du die maximale Anzahl Geräte an einer Kabeltrommel berechnest

Bevor du Geräte gleichzeitig an eine Kabeltrommel anschließt, solltest du die Leistung und die Grenzen der Trommel kennen. Es reicht nicht, nur die Steckdosen zu zählen. Entscheidend sind Stromaufnahme der Geräte, der Kabelquerschnitt, die Länge des Kabels, der Wickelzustand der Trommel und der Leistungsfaktor motorischer Verbraucher. Hier zeige ich dir die Schritte zur Abschätzung. Du kannst damit einfache Entscheidungen treffen und Gefahren vermeiden.

Berechnungsschritte in Kurzform

1. Leistung in Strom umrechnen. Verwende die Formel I = P / (U × cos φ). Für Haushaltsstrom nimmst du U = 230 V. Bei rein ohmschen Verbrauchern ist cos φ = 1. Bei Motoren verwende typischerweise cos φ ≈ 0,8 bis 0,9.

2. Kabellänge und Querschnitt prüfen. Längere Kabel und kleinere Querschnitte erhöhen den Spannungsabfall. Das reduziert die effektive Spannung am Gerät und führt zu Mehrverlusten und Wärme.

3. Wickelzustand beachten. Aufgerollte Trommeln führen zu schlechterer Wärmeabgabe. Die zulässige Dauerstrombelastung sinkt deutlich, wenn die Trommel gewickelt ist.

4. Nennstrom der Trommel und Sicherung prüfen. Die Trommel hat eine Nennstromangabe. Die Sicherung im Stromkreis begrenzt zusätzlich die Gesamtbelastung.

5. Anlaufströme berücksichtigen. Motorische Geräte können beim Start kurzzeitig das Vielfache ihres Nennstroms ziehen. Bei Kompressoren und Pumpen spielt das eine große Rolle.

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Beispielrechnungen und Empfehlungstabellle

Die folgende Tabelle zeigt typische Geräte mit angenommener Leistung, berechnetem Strom und eine konservative Empfehlung, wie viele identische Geräte du gleichzeitig an verschiedenen Trommeltypen betreiben kannst. Als Annahmen gelten: U = 230 V, gewickelte Trommel, empfohlene Dauerstrombegrenzung: 1,5 mm² → 10 A, 2,5 mm² → 16 A, 4,0 mm² → 20 A. Diese Werte sind konservativ. Prüfe immer die Herstellerangaben.

Gerät Leistung (W) cos φ Strom (A) Max. Geräte 1,5 mm² (10 A) Max. Geräte 2,5 mm² (16 A) Max. Geräte 4,0 mm² (20 A)
Handbohrmaschine 600 0,85 3,1 3 5 6
Winkelschleifer 1200 0,85 6,2 1 2 3
Kreissäge 1500 0,85 7,7 1 2 2
Elektro-Rasenmäher 1800 0,85 9,2 1 1 2
Akku-Ladegerät 60 0,95 0,3 33 53 66
Baustrahler, 500 W 500 1 2,2 4 7 9

Wichtiger Hinweis zu Anlaufströmen: Kompressoren, Kreissägen und ähnliche Motoren ziehen beim Start deutlich mehr Strom. Das kann die Sicherung auslösen, obwohl der Dauerstrom im grünen Bereich ist. Rechne bei solchen Geräten nicht nur mit dem Nennstrom. Plane im Zweifel mit einem vielfachen Startstrom. Schließe große Motoren einzeln an.

Zusammenfassend: Rechne zuerst die Stromaufnahme aller Geräte aus. Vergleiche mit der empfohlenen Stromgrenze der Trommel im gewickelten Zustand. Berücksichtige Anlaufströme und Spannungsabfall. Wenn du unsicher bist, rolle die Trommel vollständig ab oder verteile Verbraucher auf mehrere Stromkreise. Das ist die sicherste Lösung.

Typische Anwendungsfälle und wie du Risiken vermeidest

Baustelle

Auf der Baustelle laufen oft mehrere mächtige Geräte parallel. Betonmischer, Baustrahler und Winkelschleifer ziehen viel Strom. Das führt leicht zur Überlastung der Kabeltrommel. Gefährlich sind hohe Anlaufströme von Motoren und schlechte Wärmeabfuhr bei gewickelter Trommel. Empfehlung: Verwende Trommeln mit ausreichendem Kabelquerschnitt. Rolle die Trommel immer vollständig ab. Nutze getrennte Stromkreise für leistungsstarke Maschinen. Schütze Steckverbindungen gegen Feuchtigkeit und Schmutz. Wenn möglich, setze eine Steckdosenleiste mit Überlastschutz ein oder arbeite mit fest installierten Baustromverteilungen.

Heimwerken mit Elektrowerkzeugen

Beim Heimwerken kombinierst du oft Bohrmaschine, Schleifer und Akku-Ladegerät. Einzelne Geräte sind typischerweise moderat in der Leistung. Problematisch wird es, wenn du mehrere Motoren gleichzeitig startest. Empfehlung: Berechne die Summe der Stromaufnahme. Halte besonders bei Kreissäge und Kompressor Abstand. Rolle die Trommel ab. Achte auf die Nennstromangabe der Trommel. Bei Unsicherheit betreibe leistungsstarke Werkzeuge einzeln.

Gartenarbeiten mit Rasenmäher und Laubsauger

Rasenmäher und Laubsauger haben oft hohe Dauerleistungen. Besonders elektrisch betriebene Geräte können je 1 500 bis 2 000 W ziehen. Zwei Geräte gleichzeitig betreiben ist meist keine gute Idee. Empfehlung: Nutze für Rasenmäher ein eigenes Kabel mit großem Querschnitt. Vermeide Verlängerungen hintereinander. Bei nassem Rasen ist zusätzliche Vorsicht geboten. Verwende trommeln mit IP-Schutz für den Außenbereich und einen Fehlerstromschutzschalter.

Weihnachtsbeleuchtung

Weihnachtsbeleuchtung wirkt harmlos. In Summe entstehen aber viele kleine Verbraucher. Achte auf die Gesamtleistung. Mehrere lange Lichterketten erhöhen den Spannungsabfall. Das führt zu dunkleren Lämpchen und Erwärmung. Empfehlung: Teile die Beleuchtung auf mehrere Trommeln oder Stromkreise auf. Verwende LED-Ketten mit geringer Leistung. Kontrolliere Trommel und Kabel regelmäßig auf Beschädigungen.

Events und Baustellenbeleuchtung

Bei Veranstaltungen kommen oft Scheinwerfer, Lautsprecher und Heizgeräte zum Einsatz. Diese Verbraucher können zusammen hohe Lasten erzeugen. Kurzzeitige Peaks durch Verstärker oder Lampen können Sicherungen auslösen. Empfehlung: Plane mit Reserve und messe die Last vor Ort. Setze wenn nötig eine Verteilerbox mit Sicherungen ein. Rolle Trommeln ab und achte auf fachgerechte Erdung. Vermeide provisorische Mehrfachstecker als Dauerlösung.

In allen Fällen gilt: Kenne die Angaben auf der Trommel. Berücksichtige Kabellänge, Querschnitt und Wickelzustand. Rolle nach Möglichkeit ab. Bei starkem Verbrauch verteile die Last. Das reduziert Spannungsabfall, Hitzeentwicklung und Brandrisiko. Wenn du unsicher bist konsultiere eine Elektrofachkraft.

Häufige Fragen und klare Antworten

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Was ist die maximale Belastung einer Kabeltrommel?

Die maximale Belastung steht auf der Trommel oder in den technischen Daten des Herstellers. Sie hängt vom Kabelquerschnitt, der Kabellänge und dem Wickelzustand ab. Achte auch auf die Absicherung des Stromkreises. Überschreite die Nennstromangabe nicht.

Soll die Trommel auf- oder abgerollt betrieben werden?

Rolle die Trommel vollständig ab, wenn du mehr Leistung benötigst. Aufgerollt staut sich Wärme und die sichere Strombelastung sinkt deutlich. Bei kleinen Verbraucher in kurzer Nutzung ist Aufrollen möglich. Bei längeren oder stärkeren Lasten immer abrollen.

Welche Absicherung brauche ich? FI und LS sind wichtig?

Ein RCD/Fi schützt vor Fehlerströmen und ist besonders im Außenbereich Pflicht. Der Leitungsschutzschalter oder die Sicherung begrenzt Überlast und Kurzschluss. Beide sind wichtig. Prüfe, ob die Sicherungswerte zum geplanten Verbrauch passen.

Wie stark wirkt sich der Spannungsabfall aus?

Lange oder dünne Kabel verursachen Spannungsabfall. Das reduziert die Spannung am Gerät und kann Motoren überhitzen. Verwende größeren Querschnitt oder kürzere Strecke, um den Drop zu reduzieren. Bei kritischen Anwendungen messe oder rechne den Spannungsabfall vorher nach.

Einfache Faustregeln für Laien

Prüfe zuerst das Typenschild der Trommel. Rolle die Trommel ab, wenn du leistungsstarke Geräte nutzt. Verteile starke Verbraucher auf mehrere Kreise und betreibe Motoren einzeln. Bei Unsicherheit nutze eine dickere Trommel mit größerem Querschnitt oder frag eine Elektrofachkraft.

Worauf du vor dem Kauf oder Einsatz achten solltest

  • Nennstrom und maximale Leistung: Prüfe die Nennstromangabe in Ampere und die maximale Leistungsangabe in Watt auf der Trommel. Vergleiche diese Werte mit der Summe der Geräte, die du gleichzeitig betreiben willst.
  • Kabelquerschnitt: Achte auf den Querschnitt in mm². Ein größerer Querschnitt reduziert Spannungsabfall und erlaubt höhere Dauerlast ohne Überhitzung.
  • Kabellänge: Beachte die Länge des Kabels vom Anschluss bis zum Gerät. Längere Leitungen erhöhen den Spannungsabfall und können die Leistung der Geräte mindern.
  • Aufrollverhalten: Kläre, ob die Trommel im Betrieb vollständig abgewickelt werden muss. Viele Hersteller geben geringere zulässige Ströme für aufgerollten Zustand an, weil Wärme schlechter abgeführt wird.
  • Thermischer Schutz: Suche nach Trommeln mit integriertem Überhitzungsschutz oder thermischer Abschaltung. Das schützt vor Schäden und reduziert Brandrisiken bei längerer Belastung.
  • IP-Schutzklasse: Für Außenbereich wähle eine Trommel mit passender IP-Klasse, mindestens IP44. Achte bei nassem oder schmutzigem Einsatz auf höhere Schutzarten.
  • Anlaufströme motorischer Geräte: Berücksichtige starke Einschaltströme von Motoren wie Kompressoren oder Sägen. Plane genug Reserve ein und betreibe solche Geräte möglichst einzeln oder auf eigenen Kreisen.
  • Qualitätsprüfzeichen und Schutztechnik: Achte auf VDE, GS oder CE und auf Angaben zur Temperaturfestigkeit. Prüfe außerdem, ob FI/RCD und passende Leitungsschutzschalter vorhanden sind oder empfohlen werden.

Das technische Basiswissen, das du brauchst

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Wichtige Begriffe kurz erklärt

Watt (W) beschreibt die Leistung eines Geräts. Es ist die Energie pro Sekunde, die das Gerät verbraucht. Ampere (A) ist die Stromstärke. Sie sagt, wieviel elektrische Ladung pro Sekunde fließt. Spannung (V) ist die treibende Kraft. In Haushalten ist das meist 230 V. Widerstand (Ω) bremst den Stromfluss. Er entsteht im Kabel und in den Geräten. Querschnitt (mm²) ist die Dicke des Leiters. Größerer Querschnitt bedeutet weniger Widerstand. Leistungsfaktor (cos φ) beschreibt, wie effizient ein Gerät die Spannung in Leistung umwandelt. Motoren haben oft cos φ < 1. Bei solchen Geräten ist die Stromaufnahme höher als bei rein ohmschen Lasten.

Wie du Leistung in Strom umrechnest

Für einfache Abschätzungen gilt: I = P / (U × cos φ). Bei rein ohmschen Verbrauchern ist cos φ = 1. Beispiel: 1 500 W Säge bei 230 V zieht I ≈ 1 500 / 230 ≈ 6,5 A. Bei Motoren rechne mit cos φ ≈ 0,8 bis 0,9. Das erhöht den Strom.

Warum lange Kabel und aufgewickelte Trommeln Probleme machen

Kabel haben einen Widerstand, der mit der Länge steigt und mit dem Querschnitt sinkt. Formel: R ≈ ρ × Länge / Querschnitt. Der Spannungsabfall folgt aus ΔU = I × R. Höherer Spannungsabfall bedeutet weniger Spannung am Gerät. Gleichzeitig entsteht Wärme durch Verlustleistung P Verlust = I² × R. Aufgerollte Trommeln stauen diese Wärme. Die Wärmeabfuhr ist schlechter. Deshalb reduzieren Hersteller die zulässige Dauerstromstärke im gewickelten Zustand.

Praxisnahe Rechenbeispiele und Faustformeln

Beispiel: 1 500 W, I ≈ 6,5 A. Bei 25 m Einwegkabel (50 m Hin- und Rückleitung) und 1,5 mm² liegt der ohmsche Widerstand grob bei 0,58 Ω. Spannungsabfall ΔU ≈ 6,5 × 0,58 ≈ 3,8 V, also rund 1,7%. Verlustleistung im Kabel ≈ 6,5² × 0,58 ≈ 25 W. Das ist spürbar.

Faustregeln für den Alltag: Rolle die Trommel immer ab, wenn du mehrere oder leistungsstarke Geräte nutzt. Bei aufgewickelter Trommel rechne mit etwa 60 % der abgewickelten Zulässigkeit. Als grober Richtwert gelten: 1,5 mm² abgewickelt ≈ 16 A, aufgewickelt ≈ 10 A. 2,5 mm² abgewickelt ≈ 16 A bis 20 A. Prüfe aber immer das Typenschild und die Herstellerangaben.

Wenn du unsicher bist, nutze ein dickeres Kabel oder verteile die Verbraucher. Das senkt den Spannungsabfall und die Wärmeentwicklung. Bei kritischen Anwendungen frag eine Elektrofachkraft.

Wichtige Warnhinweise und Sicherheitsregeln

Hauptgefahren

Überhitzung: Aufgerollte Trommeln stauen Wärme. Das kann Isolationsschäden und Brand auslösen. Lange, dünne Kabel werden warm. Prüfe die Trommel regelmäßig auf Erwärmung.

Brandrisiko: Überlastete Leitungen und defekte Kabel sind Brandursachen. Vermeide das Ablegen der Trommel auf brennbaren Materialien. Schalte sofort ab, wenn Kabel stark erwärmen oder schmoren.

Elektrischer Schlag: Beschädigte Isolierung und nasse Bedingungen erhöhen das Risiko. Verwende im Außenbereich nur Trommeln mit passender IP‑Schutzklasse und RCD/Fi.

Unbedingt beachtete Schutzmaßnahmen

RCD/Fi und Leitungsschutz: Ein Fehlerstromschutzschalter schützt vor tödlichen Fehlerströmen. Leitungsschutzschalter sichern gegen Überlast und Kurzschluss. Prüfe, ob die Absicherung zum geplanten Verbrauch passt.

Querschnitt und Herstellerangaben: Nutze die vom Hersteller angegebenen Querschnitte und Nennströme. Halte dich an die zulässigen Werte für abgewickelte und gewickelte Trommel.

Trommel abrollen: Rolle die Trommel vollständig ab bei stärkerer Belastung oder längerer Nutzung. Nur so bleibt die Wärmeabfuhr ausreichend.

Prüfzeichen und Zustand: Achte auf VDE, GS oder CE. Verwende nie beschädigte Kabel oder ältere Trommeln mit Rissen. Lass defekte Teile fachgerecht reparieren oder entsorgen.

Typische Missverständnisse

Viele Steckdosen gleich viel Leistung ist falsch. Die zulässige Last hängt vom Kabel, nicht von der Anzahl der Steckdosen ab. LEDs sind immer harmlos stimmt nicht, wenn viele Lampen zusammenlaufen. Mehrere Verlängerungen hintereinander erhöhen Widerstand und Gefahr. Vermeide Mehrfachverlängerungen.

Merke: Bei Unsicherheit rolle ab, teile die Last auf mehrere Kreise oder frage eine Elektrofachkraft. Sicherheit hat Vorrang.

Gesetzliche Vorgaben und Normen in Deutschland

Welche Normen sind wichtig?

Für Planung und Betrieb elektrischer Anlagen gelten vor allem die Normen der DIN VDE. Die DIN VDE 0100 regelt die Auswahl und Errichtung von Niederspannungsanlagen. Weitere relevante Regelwerke sind die DIN VDE 0701-0702 für die Prüfung elektrischer Geräte nach Instandsetzung und für wiederkehrende Prüfungen. Bei Baustellen gibt es ergänzende Vorgaben in den entsprechenden Teilen der VDE.

Schutzgeräte und Absicherung

Fehlerstromschutzschalter (RCD/Fi) mit einem Auslösestrom von 30 mA sind in vielen Anwendungsfällen Pflicht, insbesondere im Außenbereich und dort, wo Personen gefährdet sein können. Leitungsschutzschalter schützen vor Überlast und Kurzschluss und müssen zum Kabelquerschnitt und zur Belastung passen. Du darfst Schutzgeräte nicht überbrücken oder modifizieren.

Gewerbliche Nutzung versus privater Gebrauch

Als Arbeitgeber oder in betrieblichen Einsatzfällen gelten zusätzliche Pflichten. Die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) und die DGUV Vorschriften legen Prüfpflichten und Dokumentationspflichten fest. Geräte und Verlängerungen müssen regelmäßig durch eine befähigte Person geprüft werden. Im privaten Bereich bestehen diese Prüfpflichten nicht in gleicher Form. Trotzdem sind VDE-geprüfte Produkte und der Einsatz eines RCD vernünftig.

Praktische Hinweise zur Einhaltung

Prüfe das Typenschild der Trommel und halte dich an die Herstellerangaben. Verwende nur geprüfte und zugelassene Geräte mit Prüfzeichen wie VDE oder GS. Bei gewerblichem Einsatz lasse die Geräteprüfung dokumentieren und halte Prüffristen ein. Achte darauf, dass Steckdosen, Verteilungen und Trommeln für den Einsatzort geeignet sind und entsprechende Schutzarten (IP) haben.

Rechtliche Folgen und Versicherung

Verstöße gegen Normen und Pflichten können Haftungs- und Versicherungsfragen nach sich ziehen. Wenn unsachgemäßer Einsatz zu Schäden führt, kann das rechtliche und finanzielle Folgen haben. Im Zweifel ziehe eine Elektrofachkraft hinzu und dokumentiere Prüfungen bei gewerblicher Nutzung.